Im Sommer 2026 wird es wohl eröffnet
Als Stadtteilcafé wird allgemein ein niedrigschwelliger Treffpunkt in einem Quartier verstanden, der soziale Begegnung, Austausch
und Gemeinschaft fördert – häufig mit günstigen Angeboten und ohne Konsumzwang.
Die Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) schreibt auf ihrer Website zum Stadtteilcafé Ludwigsberg, es biete den
Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadtteile Rodenhof und Rußhütte einen neuen Ort für Entspannung, Begegnung und Kommunikation.
Vor diesem Hintergrund lohnt nochmal eine Klarstellung zu den offiziellen Bezeichnungen
in Saarbrücken zu Stadtteilen und Bezirken etc.
Der Begriff "Stadtteil" in "Stadtteilcafé" muss sich hierbei also nicht zwingend auf einen offiziellen Stadtteil wie den Saarbrücker
Stadtteil Malstatt beziehen, sondern kann sich, wie die Beschreibung der ZBB zeigt, auch auf anderweitige Teile, wie den
Rodenhof und die Rußhütte der Stadt beziehen.
Im Stadtteil St. Johann ließ sich bei einer Internetrecherche kein klassisches Stadtteilcafé finden. Umso erfreulicher
ist die Planung, im Sommer 2026 ein solches Angebot zu eröffnen. Die Stadt Saarbrücken plant gemeinsam mit
dem ZBB, im ehemaligen „Tempelchen“ im Echelmeyerpark im Distrikt Nauwieser Viertel ein Stadtteilcafé einzurichten.
Die frühere Friedhofshalle befindet sich in einem maroden Zustand und würde ohne Sanierung in den kommenden Jahrzehnten weiter verfallen.
Die Stadt Saarbrücken führte hierfür ein offizielles Konzeptvergabeverfahren durch. Nachdem Oliver Häfele, der zunächst als einziger
Interessent galt, gegen Ende 2025 aus dem Verfahren ausschied, entschied sich die Stadt für eine alternative Nutzung mit klar
sozialem und nachbarschaftlichem Fokus. Für die Sanierung des Gebäudes werden erhebliche Investitionen notwendig sein.
Die Sanitäranlagen müssen erneuert werden, das Dach ist undicht, und weitere bauliche Maßnahmen sind erforderlich.
Diese Investitionen sind jedoch zugleich eine Chance: Der kleine „Tempel“ kann erhalten, aufgewertet und der
Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht werden.
Das geplante Stadtteilcafé versteht sich nicht als klassische Gastronomie mit Gewinnerzielungsabsicht, sondern als offener
Treffpunkt für die Nachbarschaft beim Echelmeyerpark. Ziel ist es, Begegnung zu ermöglichen, das soziale Miteinander zu
stärken und den angrenzenden Park behutsam zu beleben - eine Art dritter Ort. Befürchtungen hinsichtlich nächtlicher Lärmbelästigung oder
einer gaststättenähnlichen Nutzung erscheinen vor diesem Hintergrund unbegründet, da die Stadt die örtlichen
Gegebenheiten kennt und diese bei der Planung berücksichtigt.
Für viele Bewohnerinnen und Bewohner des Nauwieser Viertels im Stadtteil St. Johann bedeutet das Projekt eine
deutliche Aufwertung: ein Ort der Begegnung, der Rücksicht nimmt, verbindet und zugleich ein historisches Gebäude vor dem Verfall bewahrt.
Als Dritter Ort bezeichnet man einen sozialen Treffpunkt, der weder Wohnung noch Arbeitsplatz ist, sondern einen offenen Raum für Austausch, Begegnung und Gemeinschaft bietet. Solche Orte sind niedrigschwellig zugänglich, laden zum Verweilen ein und funktionieren unabhängig von Konsumzwang oder sozialem Status. Genau diese Eigenschaften treffen auf das geplante Stadtteilcafé im ehemaligen „Tempelchen“ zu. Es soll kein klassischer Gastronomiebetrieb sein, sondern ein nachbarschaftlich orientierter Treffpunkt für unterschiedliche Altersgruppen und Lebenssituationen. Die Lage im Park beim Spielplatz, der soziale Ansatz und die bewusste Rücksichtnahme auf das Umfeld machen den Ort geeignet, Menschen zusammenzubringen. Als Dritter Ort kann das Stadtteilcafé dazu beitragen, den Stadtteil St. Johann zu stärken, soziale Teilhabe zu fördern und dem öffentlichen Raum eine neue, positive Bedeutung zu geben – jenseits von Wohnen und Arbeiten.
Das Café wird im "Echelmeyerpark" sein. Genau unter dem Buchstaben "y" ;)
Süden: Stephanstraße/Großherzog-Friedrich-Straße
Westen: Dudweiler Straße
Norden: Bahnstrecke zwischen Dudweiler Straße und Martin-Luther-Straße
Osten: Egon-Reinert-Straße