Caritas im Nauwieser Viertel und in Saarbrücken. Caritas Entstehung

Caritas Anfänge

Was bedeutet Caritas

Caritas (lateinisch für "Teuerung, Hochachtung, hingebende Liebe, uneigennütziges Wohlwollen") ist im Christentum die Bezeichnung für Nächstenliebe und Wohltätigkeit. Wir finden dies auch z. B. im englischen "charity" oder französischen "charité".

Der Deutsche Caritasverband ist Dachverband der organisierten Caritas und Wohlfahrtsverband der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Prälat Lorenz Werthmann aus Freiburg im Breisgau wollte auf soziale Nöte und das Elend seiner Zeit eine angemessene Antwort finden. Dazu veröffentlichte er 1895 u. a. die Zeitschrift "Caritas". Diese betreute er bis zu seinem Tode 1921. Am 9. November 1897 gründete er in Köln den Caritasverband für das katholische Deutschland. Der Verband setzte sich seitdem für Menschen in sozialer Not ein. Ob Saisonarbeiter, Seeleute, Trinker, körperlich und geistig behinderte Menschen usw, der Verband wollte helfen und half. Darüber hinaus gründete er Kindergärten und Einrichtungen für Fürsorgeerziehung, Mädchenschutz, Krankenpflege und Frauenfragen.

Schwestern aus Trier

In Trier gibt es den Verein "Josefsschwestern Trier e.V.". Angefangen hat es 1889 mit Schwester Gertrud, Gräfin Josephine Schaffgotsch und ihrer Verwandten Schwester Mathilde Gräfin Robiano. Sie mieteten in Trier ein Haus, um Exerzitien (Gebet, Meditation, Fasten, Schweigen) für Laien (Angehörige einer Religionsgemeinschaft ohne geistliches Amt) zu ermöglichen. Auch sie erkannten eine religiöse und soziale Not im 19. Jahrhundert. So gründeten sie 1891 die Genossenschaft der "Schwestern vom hl. Josef" in Trier. 1916 und in den folgenden Jahren wurden Niederlassungen in Dudweiler, Saarbrücken, Saarlouis-Beaumarais und Gersweiler gegründet. Ziele waren die Förderung der Erziehungsarbeit, Mitarbeit in der Pfarrseelsorge, Familienhilfe, Kranken- und Altenpflege. Die Niederlassung in Saarbrücken war in der Kantstraße und Leibnizstraße 21 (heute "am Mügelsberg") auf dem Rotenberg im Nauwieser Viertel.

Saarbrücken und Alois Echelmeyer

Nicht nur Lorenz Werthmann und die Josefsschwestern erkannten den Bedarf an Hilfe für Notleidende. Alois Echelmeyer, der in Saarbrücken von 1912 bis 1929 als Pfarrer und Dechant tätig war, und maßgeblich an der Entstehung der Kirche St. Michael auf dem Rotenberg beteilig war, sah auch die humanitären Probleme seiner Zeit. Es war eine Zeit, die geprägt war von den Folgen des Ersten Weltkriegs. Hilfe und Unterstützung für die vielfältigen Notlagen der Nachkriegszeit standen zu Beginn seiner Arbeit im Mittelpunkt. Echelmeyer kannte die Josefsschwestern und wusste von ihren Zielen. Daher ging die Gründungsinitiative einer Caritas in Saarbrücken von ihm und den Josefsschwestern in Trier aus. Sie gründeten 1918 die Caritas und 1921 war der Eintrag im Vereinsregister.

Caritas im Viertel

Nicht nur die Caritas-Gründung mit den Josefsschwestern, die wir zu jener Zeit im Viertel verorten, auch Echelmeyer ist verbunden mit dem Nauwieser Viertel über die Kirche St. Michael und einen Park, der heute seinen Namen trägt. Die Caritas Saarbrücken hatte im Laufe der Geschichte einige Standorte in Saarbrücken und nicht alle sind im Nauwieser Viertel. Orte wie die Fürstenstraße (22), die Ursulinenstraße (22), die Kleine Schulstraße (11) in Malstatt oder die Scheidterstraße (105) liegen in anderen Distrikten. Doch ein wichtiger zentraler Ort war immer schon in der Kanstraße 14 nahe den Josefsschwestern aus Trier (Leibnizstraße 21 - heute "am Mügelsberg"). Auch nach 2006, dem Umzug in die Johannisstraße 2, befindet sich die Caritas weiterhin im Nauwieser Viertel.

Abschließend läge man nicht falsch zu sagen, dass Gründung und Verbleib der Caritas tief verbunden sind mit Distrikt 132 in Saarbrücken, mit dem Nauwieser Viertel. Sie ist damit eine der ganz großen Organisationen im Viertel. Den Schwestern und Alois Echelmeyer sei Dank.
Im Nauwieser Viertel Saarbrücken entstand die Caritas

Begrenzungen Nauwieser Viertel

Süden: Stephanstraße/Großherzog-Friedrich-Straße
Westen: Dudweiler Straße
Norden: Bahnstrecke zwischen Dudweiler Straße und Martin-Luther-Straße
Osten: Egon-Reinert-Straße